¡Bon día!
Mit diesen Worten wurde die Hittfelder Reisegruppe, bestehend aus 15 Schülerinnen und Schülern des 10. Jahrgangs und ihre beiden Lehrer, Herr Lütten und Frau Keller, am 19. September 2023 um 20 Uhr nachmittags in Albaida begrüßt.
20 Uhr nachmittags? Richtig gelesen! Anders als bei uns in Deutschland, reicht der Nachmittag in Spanien bis weit in die Abendstunden hinein und endet erst mit dem Abendessen um frühestens 21 Uhr. Die Verschiebung der Tageszeiten war aber nur eine der vielen kulturellen Phänomene, die wir während unseres einwöchigen Aufenthaltes in der spanischen Kleinstadt Albaida, ca. 80 km südwestlich von Valencia liegend, kennenlernten.
Während die spanischen Gastgeber – die Familien der Austauschpartner unserer Schüler – für die Unterbringung, die Mahlzeiten und das Wochenendprogramm zuständig waren, ging die gesamte Truppe während der Schulvormittage mit den beiden spanischen Austauschlehrern Loles und Emili los auf mehrere Exkursionen zum Thema Nachhaltigkeit.
Am ersten Tag besuchten wir einen kleinen Markt mit lokalen Produkten, die nicht nur ökologisch aussahen- sprich, Größe, Form und Farbe waren nicht genormt – sondern auch noch herrlich schmeckten. Des Weiteren präsentierten uns die spanischen Schülerinnen und Schüler eine PowerPoint Präsentation zu diversen Aspekten der Nachhaltigkeit. Am letzten Tag besuchten wir ein Naturschutzgebiet, das durch Kunstwerke lokaler Künstler aufgewertet wurde sowie eine nahe gelegene Bio-Kläranlage. Dort wurde uns gezeigt, dass man ohne jeglichen Zusatz von Chemikalien das Abwasser (also auch die caca der Toilette) eines gesamten Dorfes soweit säubern kann, dass es bedenkenlos in den lokalen Fluss zurückgeführt werden kann. Großartig!
Außerdem ging es in gelegene pueblos der Umgebung, die facettenreiche Großstadt Valencia und zu kulturellen Highlights von Albaida. Einer dieser Höhepunkte war der Besuch des Wohnhauses von Josep Segrelles mit einer Vielzahl an Gemälden und Illustrationen des international renommierten Künstlers, der übrigens auch Namensgeber der örtlichen Schule IES Josep Segrelles ist.
Apropos Schule! Auch diese setzte uns in Erstaunen. Während der Schulführung am ersten Tag wurde uns ein Klassenzimmer gezeigt, welches mit 20 Waschbecken und Fönhauben bestückt war. Beim Rundgang um das Schulgebäude sahen wir einen Pflanztunnels sowie eines Gänse- und Hühnerstalls mitsamt den gefiederten Bewohnern. Anders als in Deutschland, wird in Spanien nach Vollendung des 10. Schuljahres die Schülerschaft nicht geteilt, sondern Abituranwärter und Berufslehrlinge bleiben unter ein- und demselben Dach, um für das Abitur zu büffeln (el bachillerato) oder um die Schulbank der Berufsschule zu drücken (formación prefesional).
Zwei Partys – die fiesta de bienvenida in Loles´ großzügig angelegtem Landhaus, und die fiesta de despedida in der Kantine der Schule- rahmten unseren Aufenthalt ein. Nach dem Verzehr spanischer Tapas tanzten unsere deutschen mit den spanischen Schülerinnen und Schülern in Formation nach englischen und spanischen Rhythmen – welch großartiges Bild für Völkerverständigung! Der tränenreiche Abschied am frühen Morgen des 26. September 2023 zeigte einmal mehr, dass sich unsere ERASMUS Reise für alle Beteiligten gelohnt hat.
¡Adéu Albaida!

