Weitblicktag 2: Ein spannender Besuch in der Sternwarte Bergedorf

Im Rahmen unseres Weitblicktages zum Thema Demokratie unternahmen wir, interessierte Schüler zusammen mit Herrn Glindemann, einen besonderen Ausflug zur Hamburger Sternwarte, einem historischen Forschungsstandort der Universität Hamburg. Wir starteten am Bahnhof in Hittfeld und erreichten unser Ziel nach einer guten Stunde Fahrt. Vor Ort wurden wir von Professor Wolter herzlich empfangen und direkt in die beeindruckende Bibliothek geführt. Der Raum begeisterte uns sofort, vor allem durch die wunderschöne Wendeltreppe. In einem Stuhlkreis stellten wir uns zunächst alle vor und erzählten, was wir persönlich am spannendsten an Astronomie finden. Anschließend beantwortete Professor Wolter etwa 30 Minuten lang unsere Fragen und gab uns interessante Einblicke in seine Arbeit.

Danach begann der praktische Teil unserer Führung. Über das weite Gelände ging es zu den Teleskopen. Zuerst besichtigten wir das Äquatorial, ein typischer Vertreter der klassischen Astronomie des 19. Jahrhunderts. Es richtet sich an der Erdrotation aus und kann Himmelsobjekte automatisch nachführen. Anschließend lernten wir den „großen Bruder“, den Meridian, kennen. Dieses historische Teleskop wurde früher genutzt, um die genaue Position von Sternen zu bestimmen. Heute steht es im Museum für Bergedorf und die Vierlande im Bergedorfer Schloss und ist dort als Ausstellungsstück zu sehen. Ein echtes Highlight war jedoch der große Refraktor. Über eine Treppe durften wir hinauf bis an die Kuppel gehen, ein Bereich, den normalerweise nur Fachpersonal betreten darf. Die Größe dieses Teleskops war beeindruckend. Es zählt zu den größten seiner Art in Deutschland und zeigt eindrucksvoll, wie bedeutend die Sternwarte früher für die astronomische Forschung war.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zum Sonnenteleskop. Die Hamburger Sternwarte ist nämlich nicht nur ein Ort für nächtliche Beobachtungen, sondern auch für die Erforschung unserer Sonne ausgelegt. Unterwegs konnten wir ein Modell des Sonnensystems entdecken, das als Stationen im Außengelände aufgebaut war. Es war faszinierend zu sehen, wie groß die Abstände zwischen den Planeten tatsächlich sind, viel größer, als man sie sich oft vorstellt. Am Sonnenteleskop angekommen, durften wir selbst durch einen speziellen Anbau schauen. Auch wenn wir an diesem Tag keine Sonnenflecken beobachten konnten, wurde uns auf Bildern gezeigt, wie diese aussehen und wie sie mit Polarlichtern zusammenhängen.

Zum Abschluss kehrten wir noch einmal in die Bibliothek zurück, wo letzte Fragen geklärt wurden. Danach machten wir uns mit vielen neuen Eindrücken auf den Rückweg.

Der Besuch in der Sternwarte war für uns alle ein besonderes Erlebnis und hat uns gezeigt, wie spannend Wissenschaft sein kann und wie wichtig es ist, Fragen zu stellen und gemeinsam neue Dinge zu entdecken. Besonders deutlich wurde uns auch, wie Wissenschaft und Zusammenarbeit, ähnlich wie in einer Demokratie, davon leben, dass Menschen neugierig sind, miteinander sprechen und ihr Wissen teilen.

Anna A. (Jg. 12)

WBT2 - Sternwarte 1
WBT2 - Sternwarte 1
WBT2 - Sternwarte 2
WBT2 - Sternwarte 2
WBT2 - Sternwarte 3