Am 29.05.2017 trafen sich alle 10. Klassen an der Schule und fuhren mit Bussen zum Konzentrationslager in Neuengamme. Jede Klasse erhielt eine Führung durch die Anlage.
Bei diesem Konzentrationslager handelte es sich um kein Vernichtungslager, sondern um ein Arbeitslager, in dem es darum ging, dass die Häftlinge sich „zu Tode arbeiten“ sollten. In Neuengamme waren von 1938 bis 1945 mehr als 100.000 Menschen inhaftiert.
Als wir aus den Bussen stiegen und durch das Tor gingen, welches auch zu damaliger Zeit als Eingangstor diente, überkam uns ein beklemmendes Gefühl, denn wir wussten, dass auf diesem Gelände mehr als 49.000 unschuldige Menschen grausam zu Tode gekommen waren. Wir standen auf einem Platz aus Betonplatten, der früher der Appellplatz war. Dort mussten sich die Gefangenen zu bestimmten Uhrzeiten zu einer Zählung in 5er-Reihen aufstellen. Es wurde gewartet bis sie vollzählig waren. So mussten sie manchmal stehend mehrere Stunden bei allen Wetterlagen ausharren.
Unser Guide erzählte uns auch, dass die SS-Männer die wehrlosen Häftlinge oftmals grundlos verprügelten und schikanierten. Dadurch wollten sie ihre Überlegenheit demonstrieren und Angst verbreiten.
Auf dem weitläufigen Gelände hatten wir die Möglichkeit uns zum Teil noch original erhaltene Gebäude anzusehen. In den Holzbarraken, die mittlerweile nicht mehr erhalten sind, wohnten bis zu 1000 Menschen auf engstem Raum, obwohl diese nur für 100 Menschen ausgelegt waren. Dies führte dazu, dass sich drei Insassen ein Bett teilen mussten. Die schlechten Bedingungen wurden durch zu wenig Essen und harte Arbeit verstärkt. Der Alltag der Häftlinge bestand nur darin bis zu 12 Stunden zu arbeiten und den Befehlen der SS-Männern Folge zu leisten. In einem anderen Gebäude befindet sich jetzt eine vielfältige Ausstellung mit Originalstücken, die sich alle gerne anschauten. Ein interessantes Ausstellungsstück war ein geschnitztes Blatt, welches ein Häftling einem anderen zum Dank schenkte und das für den Besitzer Fritz Bringmann von ganz besonderem Wert war. Es wurde auch eine der Uniformen ausgestellt, die die Häftlinge zu tragen hatten. Zu jeder gehörte auch eine Nummer. Des weiteren befand sich auf der Uniform ein sogenannter Winkel, den es in verschiedenen Farben gab. Jede Farbe stand für eine bestimmte Gruppe: Zum Beispiel der rote für politisch Gefangene oder der rosafarbene für Homosexuelle, denn auch die galten als Feinde Hitlers.
Generell kann man sagen, dass es für uns alle ein sehr eindrucksvoller aber auch schockierender Tag war, von dem wir viel mitgenommen haben.
Mailine und Johanna, 10c
Eine Auswahl an Exponaten der Ausstellung:
