Am vergangenen Freitagabend gab es auf der Bühne im Großen Forum Theater zu sehen: Mit ihrer Abschlussproduktion gescheit.gescheitert.am gescheitesten überzeugten die 40 Darstellerinnen und Darsteller der DSP-Kurse des 12.Jahrgangs mit bisweilen überragenden schauspielerischen Leistungen und ernteten dafür am Ende von den ca. 300 Zuschauern großen Beifall.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten in einer Szenencollage nach Urs Widmers Drama Top Dogs, wie sich Topmanager in einer Outplacement-Agentur der Realität ihres Arbeitsplatzverlustes stellen müssen. Dabei brachten sie emotionale Prozesse der Entlassenen auf ihrem persönlichen „Scheiter-Weg“ mit viel Spielfreude und variablen darstellerischen Mitteln zum Ausdruck: Von der ersten Verdrängung der eigenen Entlassung bis hin zu Rachephantasien ihren Vorgesetzten gegenüber sowie Utopien von einer besseren, menschlicheren (Arbeits-)Welt setzten die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Art und Weise so ausdrucksstark in Szene, dass den ein oder anderen Zuschauer zuweilen ein beklemmendes Gefühl beschlich. Besonders auch die „Massenszenen“, in denen alle 40 Darsteller z.T. chorisch und mit gutem Timing agierten, waren sehr wirkungsvoll. Doch es gab zum Glück für das Publikum auch einige komische Momente in dieser Inszenierung: Die in der Outplacement-Agentur durchgeführten psychologischen Coaching-Methoden, wie Gang – und Haltungsübungen sowie Rollenspiele wurden sowohl mit kritischem Blick als auch z.T. mit ironisierenden Übertreibungen inszeniert und sorgten damit für den ein oder anderen Lacher in den Zuschauerreihen. Den Schlusspunkt markierte die vom gesamten Ensemble gespielte Szene mit dem Titel „Die Kunst des Scheiterns“, welche letztlich ein Plädoyer für eine positivere Sichtweise auf den Zustand des Scheiterns in einer Gesellschaft war: „Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern. Die Lizenz zum Scheitern führt zum Erfolg.“
Auch wenn es im Entstehungsprozess dieser Theaterproduktion sicher auch den ein oder anderen Moment des Scheiterns gab: Das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit mit einem 40köpfigen Ensemble und den -wieder einmal – überaus engagierten und souverän agierenden sechs Schülerinnen und Schülern an der Licht- und Tontechnik war ein voller Erfolg.
