Unter dem Motto „Europa erleben“ besuchte der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann am 4 Mai. 2018 das Gymnasium Hittfeld. Die Veranstaltung fand im Rahmen des internationalen Europatages am 08. Mai 2018 statt.
Die Themen, über die man gemeinsam in den kommenden 90 Minuten sprechen wollte, waren unter anderem der Brexit, der Beitritt der Türkei in die EU, der Klimawandel, der Rechtsruck in Europa, Entwicklunghilfe und natürlich auch über Schülerfragen zur allgemeinen Politik in Deutschland und der Europäischen Union. Die Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangangsstufe, die sich bereits im Politik/Wirtschaftsunterricht mit den Themen beschäftigt hatten, waren sehr gespannt, die politischen Standpunkte des anwesenden Politikers zu erfahren und diese kritisch zu hinterfragen.
Pünktlich wurden die knapp 300 Schüler zunächst von Schulleiter Frank Patyna und den Moderatoren Julian Leroux, Tim Harms, Jonas Heinzel und Amélie Jacobs und anschließend von Herrn Dr. Althusmann begrüßt. Die Moderatoren hatten sich schon im Vorwege auf die hitzigen Diskussionen mit der „Politprominenz“ gründlich vorbereitet und sich geeignetes Vorwissen verschafft.
Zu Beginn wurden verschiedene Themen rund um Europa und die EU behandelt. Hier stand vor allem der Brexit im Vordergrund der Diskussion und die Herausforderungen, die er mit sich bringen wird. Herr Althusmann sprach sich dabei für ein Zuwanderungsgesetz aus und gegen die Vergemeinschaftung von Schulden innerhalb der EU sowie gegen einen Beitritt der Türkei, die momentan aus seiner Sicht nicht beitrittsfähig sei.
Im Rahmen von Schülerfragen kam dann das Thema Waffenlieferungen im Allgemeinen und Waffenlieferungen an die Türkei im Speziellen zur Sprache. An diesem Punkt entbrannte eine erste sehr lebhafte Diskussion entlang der Frage, ob eine Demokratie wie Deutschland, die Grundwerte wie die Menschenwürde als ihren Markenkern ansehe, Waffen an die Türkei oder beispielsweise auch an Saudi-Arabien liefern dürfe?
Anschließend wurde auch auf Wunsch der anwesenden Schülerinnen und Schüler intensiv über den Klimawandel diskutiert. Hier zeigte sich, dass diese Zukunftsthemen den Schülerinnen und Schülern besonders wichtig sind und sie sehr klare politische Vorstellungen davon haben, was die Politik hier leisten soll.
Herr Dr. Althusmann erklärte dabei die Vorteile eines emisssionsfreien Autos, lenkte aber auch ein, dass die Batterieproduktion für Elektroautos derzeit alles andere als klimaschonend sei. Für Erstaunen sorgte seine Information, dass die größten Emissionen an klimaschädlichen Gasen nicht etwa auf der Straße oder von den Schiffen ausgestoßen würden, sondern bei der Zementherstellung entstünden. „Wir sind ein Forschungsland! Es muss doch möglich sein, endlich für dieses Problem eine Lösung zu finden“, forderte Althusmann.
Aber auch die Digitalisierung und der mit ihr einhergehende technologische und gesellschaftliche Wandel wurden kontrovers diskutiert; auch im Hinblick auf die Modernisierungsmaßnahmen und die Phase 0 am Gymnasium Hittfeld.
Die Schulgemeinschaft hat sich sehr über den Besuch von Herrn Dr. Althusmann gefreut, aber auch über das herausragende Engagement der Moderatoren, Ton- und Lichttechniker und weiteren Helfer, darunter auch die Fachgruppe Politik/Wirtschaft.
„Wir waren sehr positiv von den vielen Fragen und dem gezeigten Interesse angetan. Die Schülerinnen und Schüler haben die Gelegenheit genutzt, mit Herrn Dr. Althusmann ins Gespräch zu kommen. Auch er war sehr sympathisch, gelassen und humorvoll und konnte mit ausführlichen Antworten und spannenden Sichtweisen bei den Schülerinnen und Schülern punkten“, zog Moderator Julian Leroux Bilanz.
Für die Schülerinnen und Schüler war es eine tolle Erfahrung, einen hochrangigen Politiker in der eigenen Schule zu Gast zu haben und ihn einmal so richtig „löchern“ zu dürfen. Und auch Dr. Althusmann hatte nach eigener Aussage viel Freude daran, mit den jungen Leuten über Politik zu diskutieren und sich gerade auch ihren kritischen Fragen zu stellen.
„Hoffentlich war das nicht der letzte Besuch von Herrn Dr. Althusmann“, so Leroux und Heinzel am Ende der 90 Minütigen Veranstaltung, die nach Meinung aller leider viel zu schnell vorbei war.
Julian Leroux (10c), Jonas Heinzel (10d), Herr Alt
