Anreise
Am Sonntag, den 05.03.2023, trafen sich die deutschen Schüler und Lehrer des “Erasmus+”-Projektes “mare nostrum” frühmorgens am Harburger Bahnhof, um die Reise zu ihren französischen Projektpartnern in Chambery anzutreten. Mit reichlich guter Laune und freudigen Aussichten auf die kommende Woche betraten sie dann um 6:30 den Zug, mit dem die etwa 12-stündige Reise nach Frankreich begann. Während der Reise mussten sie einige Male umsteigen, doch alles verlief reibungslos. Der schöne Ausblick aus den Zugfenstern war von Bergen geprägt und die Stimmung war gut. Am Abend, mit ein wenig Müdigkeit durch die lange Reise, aber dennoch großer Aufregung, verließen sie gemeinsam gegen 18:15 den Zug in Chambery, Frankreich. Am Bahnhof wurden die Schüler schon von ihren französischen Partnern erwartet. Nach einem freundlichen Empfang nahmen die Gastfamilien die Schüler mit zu sich nach Hause. Ein langer Reisetag ging vorbei und alle waren froh, sich endlich ausruhen zu können.
Tag 1
Nach einer erholsamen Nacht machten sich alle früh morgens auf dem Weg zum Collège Jules Ferry. Von dort aus fuhren sie mit dem Bus zum zentralen Wasserwerk der Region. Die deutschen und französischen Schüler erhielten einen Einblick in die Aufbereitung und den Transport des Grundwassers. Dazu lernten sie etwas über ihren Wasserverbrauch, und wie sie diesen senken können. Danach ging es mit dem Bus wieder zurück zur Schule, um zusammen in der Kantine Mittag zu essen. Als dann die Schulklingel läutete, eilten die Schüler mit ihren Austauschpartnern in den Unterricht. Die deutschen Schüler gingen früher, um noch eine Führung durch die Schule zu erhalten. Um 16:55 endete dann für jeden der Schultag, der für die Deutschen deutlich länger war, als sie es gewohnt waren.
Tag 2
Theater und Aquädukte. Diese Begriffe fallen bestimmt vielen ein, wenn sie an das antike Rom denken. Und mit genau diesen beiden Bauten werden die Schüler sich an diesem Tag auseinandersetzen. Morgens, um kurz nach sieben, sind alle in den Bus eingestiegen, der sie in das südlich gelegene französische Örtchen Orange brachte, in dem sich ein gut erhaltenes römisches Theater befindet. Dieses soll nach der Ankunft in Orange, gegen halb 12, besichtigt werden. Audioguides mit französischer und deutscher Audioausgabe ließen die Schüler mehr über das Theater erfahren, das einst eine Hochburg des Schauspiels und der Ingenieurskunst war. Das Picknick, für welches die Schüler Lunchpakete von ihren Gastfamilien mitgegeben bekommen haben, fand auch noch im Theater statt. Während dieser Zeit konnten sie eines der schönsten Vermächtnisse des römischen Reiches noch einmal auf sich wirken lassen.
Der darauffolgende Museumsbesuch im Musee d’art et histoire dauerte nicht allzu lange, da sie um 14 Uhr erneut in den Bus steigen mussten. Diesmal brachte er sie zum Le Pont du Gard, eines der bekanntesten römischen Monumente. Es war Teil eines Aquäduktes und misst an der längsten Stelle über 300m. In einer 2-stündigen Besichtigung, inklusive eines kurzen Films über das Bauwerk und einem Besuch im dazugehörigen kleinen Museum, lernten die Schüler viele spannende und interessante Fakten über das atemberaubende römische Bauwerk. Gegen 17 Uhr fuhren sie mit dem Bus nach Avignon, wo sich die Jugendherberge befand, in der die Gruppe diese Nacht verbringen sollte. Nach einigem Warten konnten die Schüler endlich ihre Zimmer beziehen. Das darauffolgende leckere Abendessen war geprägt von netten Gesprächen. Satt und müde, von dem erlebnisreichen Tag, legte sich nach einiger Zeit auch der letzte Schüler schlafen.
Tag 3
Als am Mittwoch der Wecker klingelte, wachten die wenigsten erholt auf. Doch es ging morgens schon früh nach Vaison-La-Romaine, einer alten Römerstadt in der Provence. Angekommen wurden die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt.
Sie erhielten eine Führung durch die Ausgrabungen einer antiken Therme. Die zweite Gruppe besuchte das anliegende Museum, in dem unter anderem Statuen, Mosaike und Öllampen ausgestellt waren. Letztere lernten die Schüler in einem Workshop selber herzustellen . Nach einer kleinen Stärkung, und nachdem jeder seine Öllampe getöpfert hatte, ging es mit dem Bus wieder zurück nach Chambéry, vorbei an den zahlreichen Olivenbäumen, die nach und nach den hohen Bergen weichten…
Tag 4

Etwas später als üblich trafen sich die Schüler gegen 9 Uhr am Donnerstag in der Schule. Geplant für diesen Tag ist ein Escape Game quer durch Chambery. Das Escape Game ist von einer der französischen Lehrerinnen selbst entworfen worden und dauerte etwa zwei Stunden. Aufgeteilt in vier Gruppen erkundeten die Schüler auf spannende Art und Weise die Innenstadt Chamberys, indem sie Rätsel lösten und so von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit liefen. Als das Spiel beendet war, ging es wieder zurück zur Schule, die das Mittagessen in der Kantine bereitstellte.
Nach der Mittagspause begann die kreative Arbeit der Schüler. Aufgabe war es, in kleinen Gruppen mit französischen und deutschen Schülern jeweils ein Spiel zu entwickeln, das von den Themen handelt, mit denen sich alle in den letzten Tagen befasst hatten. Dazu mussten Begriffe aus mindestens zwei der vier Sprachen; Deutsch, Englisch, Französisch und Latein; in dem Spiel vorkommen. Mit einer kleinen Pause als Unterbrechung wurde fleißig und mit viel Spaß an den Spielen gearbeitet.
Von 16 bis 17 Uhr hatten die deutschen Schüler die Möglichkeit, nochmal auf eigene Faust Chambery zu erkunden, um beispielsweise Souvenirs zu kaufen. Danach war der Tag nun auch für die französischen Schüler vorbei und alle fuhren mit ihren Austauschpartnern zurück in ihre Gastfamilien.
Tag 5
Am Freitag klügelten die Schüler weiter an ihren Ideen. Mit der Zeit entwickelten sich daraus tolle Spiele, in denen all die Erfahrungen der letzten Tage aufgegriffen worden sind. Alle enthielten einen deutschen, französischen, englischen und lateinischen Anteil. Nach einem Essen in der Kantine erhielten die Spiele ihren letzten Schliff. Als am Nachmittag die Gasteltern kamen und ein Buffet aufbauten, konnte mit dem Spielen losgelegt werden. Die Stunde ging so schnell vorüber, dass oft noch gar kein Gewinner feststand. Nun ging der letzte Abend in Frankreich, oft durch ein großes Abendessen gekrönt, zu Ende.
Abreise mit Hindernissen
Durch den Streik in Frankreich fiel die Bahn von Chambéry nach Genf aus. Kurzfristig wurde entschieden, eine Bahn früher zu nehmen, um die Anschlüsse nicht zu verpassen. So sammelten sich um 7:15 alle zum letzten Mal im Bahnhof und verabschiedeten sich voneinander. Trotz kleiner Kommunikationsschwierigkeiten sind sie einander ans Herz gewachsen und haben sich einander auch so verstanden. Als sich dann die Zugtüren schlossen, ging es wieder zurück nach Hause.
Nach einer langen Reise konnte man in der Dämmerung den ersten Schnee erkennen…
Charlotte & Svea (Jg. 11)

